Endspurt am Grünen Band

10.04.2013, Duderstadt. Die Förderphase I des Naturschutzgroßprojektes Grünes Band Eichsfeld-Werratal neigt sich dem Ende entgegen. Im Jugendgästehaus tagt zum letzten Mal in Förderphase I die Projektbegleitende Arbeitsgruppe, in der mehr als sechzig Entscheidungsträger der Region, des Bundes und der Länder vertreten sind.

Der Pflege- und Entwicklungsplan für das Naturschutzgroßprojekt Grünes Band Eichsfeld-Werratal liegt nun vor. Er beinhaltet die vom Bundesamt für Naturschutz, den Fachministerien aus Thüringen, Niedersachsen und Hessen sowie der Heinz Sielmann Stiftung einvernehmlich akzeptierte, neue Förderkulisse.

Die Ergebnisse zahlreicher Gespräche und Veranstaltungen flossen mit ein. Den Mitgliedern der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe werden die wichtigsten Eckdaten am Vormittag des 11. April 2013 im Europasaal des Jugendgästehauses in Duderstadt vorgestellt:

• Die Förderkulisse, also das Gebiet in dem Maßnahmen wie z.B. Flächenkauf und Biotoppflege in der Förderphase II umgesetzt werden dürfen, fokussiert sich nunmehr auf ca. 9.600 Hektar entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze.

• Die Förderkulisse entspricht jetzt dem Projektgebiet, d.h. alle übrigen Flächen entfallen ersatzlos.

• Ca. 4.000 Hektar der neuen Förderkulisse befinden sich im Eigentum der öffentlichen Hand oder von Naturschutzorganisationen bzw. von Grundeigentümern, die Ihre Chancen in dem Projekt nutzen wollen.

• Knapp 29 % der Flächen der Förderkulisse liegen bereits jetzt in Naturschutzgebieten bzw. ähnlich streng geschützten Gebieten.

„In der neuen Förderkulisse haben wir die an uns gerichteten Meinungen berücksichtigt ohne die Förderfähigkeit und die fachlichen Anforderungen zu vernachlässigen“, führt Michael Beier, Vorstand der Sielmann Stiftung, aus. „Wir möchten die Chancen aus diesem Projekt für die Region nutzen. Dabei ist das Grüne Band nicht nur Wanderkorridor für Luchs und Wildkatze sondern stellt auch die Verbindung zwischen Ländern, Gemeinden und jedem einzelnen Menschen aus der Region dar. Unsere Stiftung macht Naturschutz grundsätzlich immer mit den Menschen. Nach wie vor gilt im Falle einer Projektfortsetzung bei allen vorgeschlagenen, naturschutzfachlichen Maßnahmen für Grundeigentümer das Prinzip der Freiwilligkeit.“

Zur Zukunft des Projektes erklärt Projektleiterin Maria Schaaf: „Die Förderphase I endet verbindlich am 30. April 2013. Auf der Basis des heute vorgestellten Pflege- und Entwicklungsplanes wird die Heinz Sielmann Stiftung in den kommenden Wochen den Förderantrag auf Umsetzung des Naturschutzgroßprojektes erarbeiten. Den Beteiligten in der Region und den Mitgliedern der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe wird das Werk vor der Antragstellung in einer Informationsveranstaltung erläutert.“

Mit dem Pflege- und Entwicklungsplan für das Naturschutzgroßprojekt Grünes Band Eichsfeld-Werratal hat die gesamteuropäische Idee des Grünen Bandes im Eichsfeld ein Gesicht.

Hintergrundinformation zum Naturschutzgroßprojekt Grünes Band Eichsfeld-Werratal

Frühzeitig erkannte Heinz Sielmann die Bedeutung der innerdeut-schen Grenze für den Natur- und Artenschutz. Denn in dem einstigen innerdeutschen Grenzgebiet konnten sich in den Jahren der deutschen Teilung Lebensräume für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten entwickeln. Diese biologische Vielfalt zu bewahren, machte sich die Heinz Sielmann Stiftung zum Ziel und rief 2003 das Naturschutzgroßprojekt Grünes Band Eichsfeld-Werratal ins Leben. Zwischen Harz und Thüringer Wald sollen 130 Kilometer des Grünen Bandes als Biotopverbund dauerhaft gesichert und gepflegt werden. Die dafür beantragten Mittel (75 % Bundesanteil, 15 % Länderanteil) wurden am 20. August 2009 von Bundesum¬weltministerium und Bundesamt für Naturschutz bewilligt. Dieses Vorhaben ist gleichzeitig das erste Naturschutzgroßprojekt des Bundes, an dem sich drei Bundesländer – Thüringen, Niedersachsen, Hessen – gemeinsam beteiligen.