Südharz

Der Mackenröder-Weilröder Wald ist ein etwa 2.000 Hektar großes, zusammenhängendes Waldgebiet zwischen Südharz und Eichsfeld mit vielen kleinen Tälern, die in Offenlandbereichen als Wiesen und Weiden genutzt werden. Hier befindet sich neben weiteren Quellbereichen und naturnahen Bachläufen auch das Quellgebiet der Weilröder Eller.

Heinz Sielmann Stiftung

Durch das Gebiet verläuft die Wasserscheide von Weser und Elbe. Die beiden Fließgewässersysteme Sete und Steinaer Bach im Osten entwässern es zum Oberlauf der Helme. Entlang des Steinaer Bachs sollen Wald-Vernetzungsstrukturen entstehen und gefördert werden, die den Harz mit dem Mackenröder-Weilröder Wald verbinden. Dem Gebiet kommt insbesondere für den Waldbiotopverbund zwischen dem Harz und den südlich gelegenen Mittelgebirgswäldern eine außerordentlich wichtige Bedeutung zu.

Flora

Der Mackenröder-Weilröder Wald wird überwiegend durch naturnahe Buchen- und Buchenmischwälder geprägt. Darüber hinaus bestimmen Laubmischwälder mit hohem Fichtenanteil sowie reine Fichtenforste das Waldbild. Naturschutzfachlich wertvoll sind vor allem die naturnahen und großflächigen Waldmeister-Buchenwälder sowie die typischen Hainsimsen-Buchenwälder und Bach begleitende Erlen-Eschen-Wälder. Das Grüne Band selbst wird durch Pionierwälder, Brachflächen und Staudenfluren geprägt. Vereinzelt sind noch Ginster- und Besenheiden im Bereich des ehemaligen Spurensicherungsstreifens vorhanden. Im Waldgebiet und in der nördlich vorgelagerten, parkartigen Kulturlandschaft finden sich zahlreiche größere und kleinere Erdfälle, die eine große Lebensraumvielfalt aufweisen: Standgewässer, temporäre Karstseen, Erdfälle und Dolinen mit Schlucht- und Schutthangwaldcharakter, versumpfte Bereiche, Ried, Röhricht, Feuchtwiesen, Grünland bis hin zu Kalktrockenrasen und Halbtrockenrasen. Im Kerngebiet liegt zudem der steil aufragende Römerstein: ein Dolomitfelsen eines ehemaligen Riffs des Zechsteinmeeres.

Fauna

Der Südharz und das südwestliche Harzvorland stellen auch bundesweit einen Verbreitungsschwerpunkt von Wildkatze (Felis sylvestris) und Schwarzstorch (Ciconia nigra) dar. Beide Arten sind regelmäßig im Mackenröder-Weilröder Wald nachgewiesen worden. Das Waldgebiet ist bisher weitgehend von Freizeit und Tourismus verschont geblieben. Dies ist insbesondere für den Schwarzstorch von Vorteil. Im Winter 2004 konnten drei Horstbäume lokalisiert werden. Die zahlreichen Still- und Fließgewässer bieten Lebensraum für eine reichhaltige Fisch- und Amphibienfauna.

Weitere Wert gebende Arten sind: 

  • Mopsfeldermaus (Barbastella barbastellus),
  • Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteini),
  • Nördlicher Kammmolch (Triturus cristatus),
  • Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans),
  • Feuersalamander (Salmandra salamandra)
  • Zauneidechse (Lacerta agilis),
  • Groppe (Cottus gobio),
  • Bachneunauge (Lampetra planeri) und
  • Bachforelle (Salmo trutta).

Zudem gibt es im Gebiet Brutvorkommen von:

  • Raubwürger (Lanius excubitor),
  • Neuntöter (Lanius collurio),
  • Braunkehlchen (Saxicola rubetra),
  • Schwarzkehlchen (Saxicola torquata) und
  • Rohrweihe (Circus aeruginosus).