Rhume-Ellersystem

Der Mackenröder-Weilröder Wald wird über das Grüne Band mit dem Rotenberg im Westen verbunden. Beide Waldgebiete bilden die nördliche Begrenzung für das Rhume-Eller-Fließgewässersystem. Das Grüne Band wird hier auf einem Abschnitt von fast fünf Kilometer Länge ackerbaulich genutzt.

Heinz Sielmann Stiftung

Nördlich des Grünen Bandes findet sich eine reich strukturierte Kulturlandschaft mit noch relativ hohem Grünlandanteil und vielen Wäldchen. Hier sollen die vorhandenen Strukturen zum Waldverbund über Trittsteine entwickelt werden. Dies dient wiederum dem großräumigen Waldbiotopverbund zwischen dem Harz und den südlich gelegenen Mittelgebirgswäldern.

Der Rotenberg ist ein geschlossen bewaldeter Höhenzug des südwestlichen Harzvorlandes in Niedersachsen mit einer Flächengröße von etwa 2.600 Hektar. Er ist von seiner naturräumlichen Ausstattung her vergleichbar mit dem Mackenröder-Weilröder Wald. Nur Teilbereiche des Rotenberges mit unmittelbarem Bezug zum Rhume-Eller-Fließgewässersystem (Schmalau und Rhumequelle) wurden in das Projektgebiet mit einbezogen.

Die Rhume bildet gemeinsam mit ihren drei Harzer Zuflüssen Söse, Sieber und Oder das bedeutendste Fließgewässersystem in Südostniedersachsen. Aus dem Eichsfelder Becken im Süden fließt ihr die Hahle zu, die über ihre Nebenflüsse Suhle, Aue und Retlake mit dem Feuchtgebietskomplex rund um den Seeburger See in Verbindung steht. Der Seeburger See ist mit etwa 100 Hektar die größte natürliche Wasserfläche im Großraum Südost-Niedersachsen, Nord-Hessen und Nordwest-Thüringen.  Der Seeburger See und die umliegenden, feuchten Senken haben bundesweite Bedeutung für zahlreiche Zugvögel. Mehr als 70 Vogelarten nutzen diese Region als Nahrungs-, Rast- und Brutplatz.

Flora

Ellerniederung und Rhumeaue werden geprägt durch ein Mosaik unterschiedlichster Lebensräume und Nutzungsarten. Ein Großteil der Auenlandschaft befindet sich in einem naturnahen Zustand mit Erlen-Eschen-Auwäldern, Weidengebüschen, Feuchtgebüschen, Feucht- und Nasswiesen, artenreichem Grünland und größeren Ried- und Röhrichtbereichen. Unterbrochen werden diese Bereiche immer wieder durch Ackerbau, Intensiv-Grünland und Siedlungsflächen. 

Bedeutsame Pflanzenvorkommen im Bereich des Rhume-Ellersystems sind:

  • Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis),
  • Gefalteter Frauenmantel (Alchemilla plicata),
  • Wasserpfeffer-Tännel (Elatine hydropiper) und
  • Übersehener Wasserschlauch (Utricularia australis).

Fauna

Im Fließgewässersystem von Rhume und Eller sind die Vorkommen von:

  • Groppe (Cottus gobio) und
  • Bachneunauge (Lampetra planeri) sowie
  • Bachforelle (Salmo trutta) von besonderer Bedeutung.

Seit 2004 brütet der Weißstorch (Ciconia ciconia) nach fast 50-jähriger Abwesenheit wieder in der Nähe des Seeburger Sees und in der Rhumeaue. Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) ist dort ebenso wie auch in angrenzenden Nebentälern als regelmäßiger Nahrungsgast zu beobachten. An Rhume und Eller brüten außerdem Wasseramsel (Cinclus cinclus) und Eisvogel (Alcedo atthis). Als Charakterart des südwestlichen Harzvorlandes und des Eichsfelds ist der Rotmilan (Milvus milvus) im Abschnitt „Südharz und Rhume-Ellersystem“ als Brutvogel und Nahrungsgast weit verbreitet.