Nissetal und Glockengraben

Der Schwerpunktbereich Nissetal und Glockengraben umfasst einen repräsentativen Ausschnitt der Kulturlandschaft des Untereichsfeldes. Umrahmt und teilweise durchzogen von großflächigen Ackerschlägen hat sich im Tal der Nisse, einem kleinen Nebenfluss der Hahle, ein Mosaik aus wertvollen Lebensräumen erhalten.

Heinz Sielmann Stiftung

Insbesondere entlang der vielen kleineren Kerbtälchen finden sich Streuobstwiesenkomplexe, Flächen mit artenreichem Grünland, Halbtrockenrasen sowie naturnahe Laubgebüsche, Hecken und Feldgehölze. Durch das Hahletal hindurch wird das Nissetal mit dem Glockengraben vernetzt. Hier findet sich in der Agrarlandschaft ein Mosaik aus Streuobstwiesen, artenreichem Grünland und naturnahen Gehölzstrukturen. Darüber hinaus umfasst der Glockengraben auch noch wertvolle Feuchtbereiche, so den Ende der 1990er Jahre naturnah entwickelten Speicher Teistungen (rund neun Hektar geschlossene Wasserfläche und naturnaher Schilf- und Röhrichtsaum), sowie einen größeren Feucht- und Nasswiesenbereich südöstlich des Stausees, nahe der Ortschaft Ferna.

Neben dem Soolbachtal stellt der Schwerpunktbereich Nissetal und Glockengraben ein wichtiges Vernetzungselement zwischen dem Grünen Band und dem Ohmgebirge dar.

Fauna

Von besonderer Bedeutung ist dieses Gebiet für zahlreiche Fledermausarten sowie Uhu (Bubo bubo) und Wildkatze (Felis sylvestris). Im Umfeld des Speichers Teistungen sind außerdem:

  • die Blauflüglige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens),
  • die Sumpfschrecke (Stethophyma grossum),
  • die Fledermaus-Azurjungfer (Coenagrion pulchellum),
  • das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) und
  • der Wiesenpieper (Anthus pratensis) nachgewiesen.
Hinweise für mindestens ein Brutvorkommen des Steinkauzes (Athene noctua) liegen vor.