Sielmanns Grenzstreifenprojekt

1996 siedeln Heinz und Inge Sielmann die Zentrale ihrer Stiftung auf Gut Herbigshagen im niedersächsischen Duderstadt an. Damit rückt die nur einen Kilometer entfernte ehemalige deutsch-deutsche Grenze in das Visier naturschutzfachlicher Tätigkeiten. Direkt vor der Haustür wird das Grenzstreifenprojekt initiiert, das den acht Kilometer langen Abschnitt des Grünen Bandes zwischen dem Gut und dem Grenzlandmuseum Eichsfeld umfasst.

Heinz Sielmann Stiftung

Dieser Grenzabschnitt wird im Jahr 2000 von Thüringen als Naturschutzgebiet „Grenzstreifen zwischen Teistungen und Ecklingerode“ ausgewiesen. Hier wechseln sich - typisch für das Grüne Band - offene, halboffene und bewaldete Bereiche kleinflächig ab. Durch die geringe Nutzungsintensität und Erschließung konnte sich hier ein strukturreiches und vielfältiges Biotopmosaik erhalten. Heute dient es als Lebensraum, Rückzugsgebiet und Wiederausbreitungszentrum für seltene Tier- und Pflanzenarten in der landwirtschaftlich geprägten Umgebung.

Die Heinz Sielmann Stiftung koordiniert im Naturschutzgebiet die Landschaftspflege. Vor allem artenreiches Grünland und Halbtrockenrasen werden von der Eichsfelder Hüteschäferei fachgerecht beweidet und somit vor der natürlichen Wiederbewaldung bewahrt. Die Heinz Sielmann Stiftung und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Thüringen haben mit Spendengeldern mittlerweile 30 Hektar Land erworben und damit viele Flächen auch eigentumsrechtlich gesichert.  Eine ausgeschilderte Strecke entlang des Kolonnenweges macht das Naturschutzgebiet für Wanderer zu­gänglich.

Durch das Grenzstreifenprojekt wird schon heute erlebbar, was die Heinz Sielmann Stiftung künftig in größerem Maßstab mit dem Naturschutzgroßprojekt Grünes Band Eichsfeld-Werra­tal beabsichtigt.

Steckbrief

  • acht Kilometer Grünes Band zwischen Gut Herbigshagen und Grenzlandmuseum Eichsfeld
  • Fläche des Naturschutzgebietes: 140 Hektar, davon werden etwa 40 Hektar durch die Eichsfelder Hüteschäferei beweidet
  • seltene und gefährdete Lebensräume (Magerrasen, Grünland, Ried und Röhricht) sowie Tier- und Pflanzenarten (Raubwürger, Neuntöter, Braunkehlchen, Rebhuhn, Zauneidechse, Esparsetten-Widderchen, Heide-Nelke, Tausendgüldenkraut)